Fokus Kunststoffverpackung

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Kunststoffverpackungen stehen in der Kritik, sind aber aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken - jedenfalls nicht überall. Hier lesen Sie wo, warum und wann der Einsatz von Kunststoff sinnvoll ist.

Kunststoffverpackungen stehen in der Kritik, sind aber aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken - jedenfalls nicht überall. Hier lesen Sie wo, warum und wann der Einsatz von Kunststoff sinnvoll ist.

Frische Lebensmittel direkt von Feld sind für die Bevölkerung im urbanen Raum nicht verfügbar. Rund 54 Prozent der Weltbevölkerung wohnt in Städten. In den zwölf größten Metropolregionen der Welt leben rund 270 Mio. Menschen. [1]  Tokio war 2018 mit einer Bevölkerung von 37 Mio. Menschen die größte Megacity. Abgepackte und portionierte Lebensmittel, abgestimmt auf Haushaltsgröße, Lebensgewohnheiten und die Möglichkeit zur Bevorratung sind für Stadtbewohner unverzichtbar.

Mit Kunststoffverpackungen erhält die Bevölkerung Lebensmittel hoher Qualität: Die Produkte bleiben frisch und ihr Nährwert erhalten. Zudem tragen Kunststoffverpackungen in den Lebensmittelmärkten dazu bei, dass möglichst wenig verdorbene Ware entsorgt werden muss. Gemäß Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gehen weltweit 1,3 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln als Nahrungsmittelabfall verloren.[2]

Einige Fakten
 
  • In der Europäischen Union werden pro Jahr rund 88 Mio. Tonnen Lebensmittel verschwendet. Der Wert dieser Lebensmittelabfälle wird auf etwa 143 Mrd. Euro geschätzt.[3]
  • Durch die Verpackung bleiben die Lebensmittel länger frisch und Lebensmittelabfälle lassen sich minimieren. Für die Verpackung von Schnittkäse für das Selbstbedienungsregal werden in Deutschland 8.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr eingesetzt. Wird unverpackter Käse in der Frischetheke angeboten, bleiben fünf Prozent der Käsemenge als Abfall übrig. Für vorverpackten Käse aus dem Selbstbedienungsregal wurde nur 0,14 Prozent Käseabfall ermittelt.[4]

 

 

 

[1] www.statista.de:  https://de.statista.com/statistik/daten/studie/881664/umfrage/megacities-einwohnerzahl-der-groessten-staedte-weltweit/

[2] Save Food: https://www.save-food.de/de/Presse/Neuigkeiten/Perfectly_imperfect

[3] EU Commissioner Andriukaitis: "Rescuing food as part of the circular economy: towards a sustainable EU food policy": https://www.save-food.de/cgi-bin/md_interpack/lib/all/lob/return_download.cgi/11.00h_Andriukaitis_BASIS_565_PPT_04_05_2107_FINAL_BASIS.pdf?ticket=g_u_e_s_t&bid=5736&no_mime_type=0

Frische Produkte müssen nicht nur frisch, sondern auch haltbar sein – das ist in der modernen, arbeitsteiligen Lebenswelt unbedingt notwendig. Die Verpackung erfüllt daher eine Schutzfunktion, ohne die die meisten Produkte in der Lieferkette nicht gehandelt werden könnten.

Mit Kunststoffverpackungen lässt sich diese Aufgabe bei vielen Produkten gut lösen. So verhindern Kunststoffverpackungen beispielsweise den Einfluss von Sauerstoff auf das Produkt oder einen Feuchtigkeitsstau in der Verpackung. Der Schutz vor Mikroorganismen, die sich auf den Produkten anlagern können, oder vor UV-Licht, wenn es sich um lichtempfindliche Produkte handelt, sind weitere Beispiele, wie die Kunststoffverpackung der Haltbarkeit von Produkten nützt.

 

Einige Fakten

 

  • Etwa 1/3 der essbaren Bestandteile von Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr geht weltweit verloren oder wird weggeworfen. Das sind ca. 1,3 Mrd. Tonnen pro Jahr. Für die Lebensmittelverluste ist einerseits die Produktionskette bis zum Handel verantwortlich, jedoch auch die Verbraucher, die Produkte noch vor ihrem Verderb wegwerfen.[1]
  • Durch die Verwendung von Verpackungen lassen sich CO2-Emissionen einsparen: Die CO2-Emissionen bei der Herstellung von optimierten Verpackungen sind mit 70 g CO2-Äquivalent pro Kilogramm Frischware deutlich niedriger als die CO2-Emissionen, die bei der Herstellung von Produkten entstehen und die aufgrund von Verderb nicht konsumiert werden. Dieser Wert liegt bei 350 g CO2-Äquivalent pro Kilogramm Frischware.[2]

 

 

 

[1] FAO: Global Food Losses and Food Waste, Study conducted for the International Congress SAVE FOOD!. 2011

[2] GVM – Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung auf dem AGVU-Orientierungstag: https://www.agvu.de/nutzen-von-verpackungen-2019_vortrag-orientierungstag/

Allein das Gewicht macht klar, dass Kunststoff gegenüber anderen Packstoffen Vorteile bietet. Ganz deutlich zeigt sich das bei Getränken: Die leichte Kunststoffflasche mit einem Volumen von 1,5 Litern wiegt leer mit Etikett und Verschluss etwa 33 Gramm. Eine Einweg-Glasflasche hingegen mit einem Volumen von 1 Liter liegt bei etwa 400 Gramm.[1]

Ein anderes Beispiel: Jogurt ist auf dem Markt in verschiedenen Verpackungsvarianten präsent, beispielsweise als Mehrweg-Glas oder Polystyrol-Becher mit Kartonumschlag. Für eine Menge von 500 ml Jogurt kommt die Verpackung bei der Glasvariante auf ein Gewicht von ca. 230 Gramm, während der Polystyrol-Becher inklusive Aluminium-Deckel auf 15 Gramm kommt.[2]

Insbesondere beim Transport vom Hersteller zum Handel wiegt dieser Unterschied schwer: Je nach Nutzlast des Lkws kann beim Einsatz von Kunststoffverpackungen mehr Produkt an den Handel geliefert werden. Die Anzahl der Transporte ist damit geringer als bei der gleichen Produktmenge in Glasverpackungen.

 

Einige Fakten

  • Jeder Lkw-Kilometer, der eingespart wird, trägt zur Verbesserung der Klimabilanz bei: Ein Lkw stößt beispielsweise 103 Gramm CO2 pro Tonnenkilometer[3] aus. Die Fahrleistung für eine Glas-Mehrwegflasche 0,7 Liter (GDB) liegt bei rund 25 Kilometern pro 1.000 Liter Füllgut, während eine PET-Einwegflasche bei knapp 16 Kilometern liegt.[4]
  • Auch beim Transport wird ein Umweltnutzen erreicht, wenn Produktabfall durch den Einsatz von Kunststoffverpackungen für Lebensmittel verringert wird. Bei verpacktem Käse wird zwar weniger Käse im Lkw transportiert (im Vergleich zum Transport von Käselaibern), doch durch die verringerte Menge an Käseabfall wird der höhere Transportaufwand bei der Betrachtung der CO2-Emisionen um das 2,5-fache ausgeglichen.[5]

 

 

[1] Ifeu-Institut: https://www.ifeu.de/projekt/pruefung-und-aktualisierung-der-oekobilanzen-fuer-getraenkeverpackungen/

[4] Ifeu-Institut: PET Ökobilanz 2010, Ökobilanzielle Untersuchung verschiedener Verpackungssysteme für kohlensäurehaltige Mineralwässer und Erfrischungsgetränke sowie stille Mineralwässer im Auftrag der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.

[5] Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung/denkstatt: Nutzen von Verpackungen: "Verpackungen nutzen – auch in ökologischer Hinsicht" im Auftrag der AGVU Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt e.V.

 

 

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