Gesetze und Verordnungen – die Rahmenbedingungen
Gesetze und Verordnungen geben den Rahmen für den Einsatz von Materialien zum Beispiel für die Verpackungsbranche. Zentrale Forderung ist: Von den Produkten, die in den Markt gebracht werden, darf keine Gefahr ausgehen.
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Deutschland

Wenn es um die Gesetzgebung und den Erlass von Verordnungen für Verpackungen geht, gibt es in Deutschland viele Beteiligte. Wer die Akteure sind, lesen Sie hier.
Weil Verpackungen mit Lebensmittel in Berührung kommen, sind sie sog. Lebensmittelbedarfsgegenstände und sind deshalb für die Bedarfsgegenständeverordnung relevant.
Recycling-Kunststoffe, die für Bedarfsgegenstände – also für Verpackungen, die mit Lebensmittel in Kontakt kommen - eingesetzt werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind, lesen Sie hier.
Das Verpackungsgesetz regelt die Anforderungen an die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Entsorgung von Verpackungen. Ziel ist es, Verpackungsabfälle zu vermeiden und mehr Verpackungen zu recyclen.

Instrumente im deutschen Geltungsbereich

Für die Bemessung der Recyclingfähigkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen gibt es einen Mindeststandard. Er gibt Herstellern Orientierung, wie recyclinggerechtes Verpackungsdesign aussehen muss.
Verpackungen im Lebensmittelkontakt dürfen keine Stoffe an das Lebensmittel abgeben, von denen ein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher ausgeht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt auf seiner Datenbank Empfehlungen zu Materialien für Lebensmittelkontakt.

europäische Strategie für Kunststoffe in Kreislaufwirtschaft

Europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft
Ziel der Kunststoffstrategie ist es, Kunststoff nach den Kriterien „Reuse – Repair – Recycle“ zu nutzen. Neben den Kreislaufaspekten sollen so wirtschaftliche Vorteile wie Wachstum und Beschäftigung in Europa erschlossen werden.
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EU-Verordnungen

In der Rahmenverordnung (EU) Nr. 1935/2004 sind die grundlegenden Anforderungen an Materialien und Gegenstände, die für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt sind, festgelegt.
Aktive und intelligente Verpackungen tragen dazu bei, Lebensmittelverluste zu verringern. Sie informieren, ob die Kühlkette eingehalten wurde und geben auch Auskunft über den Qualitätszustand des Produktes. In der Verordnung (EG) Nr. 450/2009 vom 29. Mai 2009, legt die EU-Kommission fest, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um aktive und intelligente Materialien und Gegenstände in den Markt zu bringen.
Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, sowie Kombinationen dieser Materialien und Gegenstände oder recycelten Materialien und Gegenstände, die in diesen Materialien und Gegenständen verwendet werden, müssen gemäß der Regeln für die gute Herstellungspraxis (good manufacturing practice) hergestellt werden. Die Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 legt diese Regeln fest.
Die seit Mai 2011 geltende Verordnung für Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff legt die Regeln fest, dass diese Materialien so hergestellt werden müssen, dass von ihnen u.a. keine Gefährdung der menschlichen Gesundheit ausgeht und sie gemäß der guten Herstellungspraxis (GMP) produziert wurden.

EU-Richtlinien

Im Juni 2019 hat das Europäische Parlament die Richtlinie EU 2019/904 erlassen. Danach dürfen ab 2021 bestimmte Einwegprodukte aus Kunststoff in der EU nicht mehr verkauft werden, wenn erschwingliche Alternativen zur Verfügung stehen. Bei den anderen will man den Verbrauch reduzieren.

Europäische Länder

Frankreich will bis 2040 alle Einwegkunststoffe verbieten. Mit einer Recyclingquote von 26 Prozent bei Kunststoffverpackungen liegt Frankreich nahezu 40 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt mit 41 Prozent. Die französische Regierung hat sich jetzt ein ambitioniertes Ziel gesteckt und will bis 2040 alle Einweg-Kunststoffverpackungen abschaffen.

Länder übrige Welt

Zahlreiche Verbote sollen die Menge von Kunststoffverpackungsabfall reduzieren.
Vera Fritsche
Vera Fritsche
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